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Olympia-Silber für Hannes Ocik


von Dr. Marko Michels

 

Rang zwei mit dem Deutschland-Achter

 

Es hat leider nicht ganz geklappt. Mit Schlagmann Hannes Ocik von der Schweriner Rudergesellschaft belegte der deutsche Herren-Achter wie schon in Rio 2016 Rang zwei. Nur Neuseeland war besser als das deutsche Team. Gold hiess zwar das grosse Ziel, aber dennoch - Silber bei Olympia: Das hat was.

 

Der 30.Juli 2021 in Tokyo markiert damit ein weiteres erfolgreiches Kapitel für den Rudersport (Achter) in M-V, denn bislang schafften 14 Achter-Ruderer aus M-V Edelmetall bei Olympia.

 

Mit Karl-Heinz Groddeck (Rom 1960), Werner Klatt, Hans-Joachim Lück, Ulrich Karnatz, Karl-Heinz Prudöhl bzw. Karl-Heinz Danielowski (alle Montreal 1976) sowie Ulrich Kons bzw. noch einmal Ulrich Karnatz (beide Moskau 1980) konnten bereits sieben Achter-Ruderer mit "MV-Background" Olympia-Gold erringen.

 

Dazu kommen noch - der Frauen-Achter sollte nicht vergessen werden - die Stralsunderin Monika Kallies (1976 in Montreal) und die Wismarerin Kathrin Haacker (1988 in Seoul), die aus MV-Sicht zudem Achter-Gold schafften.

 

Speziell bei den Herren wurden noch dreimal Silber und zweimal Bronze für M-V dazu erkämpft.

 

Hannes - der Erfolgsruderer

 

Der 30 Jahre junge, gebürtige Rostocker Hannes Ocik ist ohnehin seit 12 Jahren ein Achter-Erfolgsruderer, dekoriert mit drei Elite-WM-Titeln 2017, 2018 bzw. 2019, sieben EM-Goldenen zwischen 2013 und 2020 und Junioren-WM-Gold 2009. Dazu kommt noch Rang eins im Vierer ohne bei den U 23-WM 2011.

 

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio musste der Deutschland-Achter unter anderem mit Hannes und Felix Drahotta (gebürtiger Bad Doberaner, früher Rostocker Ruder-Club von 1885, folgend Leverkusen) nur den Dauer-Rivalen Großbritannien ziehen lassen, den man in Tokyo 2021 im Kampf um Silber bezwang...

 

Dieses Mal wurde es also wieder Silber für den Schweriner Ruder-Recken, dessen Mutter Martina Ocik sportlich auch sehr erfolgreich war bzw. ist - im Schwimmen,  Orientierungstauchen und Masterrudern! Das nasse Element hat es der Familie Ocik eben angetan.

 

Olympische Achter-Tradition für M-V wurde fortgesetzt

 

Insgesamt waren deutsche Herren-Achter bei Olympia bislang sechsmal auf Rang eins (Bundesrepublik 1960, 1968, 1988, DDR 1976 und 1980, vereint 2012)..

 

Im goldenen DDR-Achter in Montreal 1976 ruderten auch fünf Ruderer vom ASK Vorwärts Rostock - wie erwähnt - mit Werner Klatt, Joachim Lück, Ulrich Karnatz, Karl-Heinz Prudöhl und Karl-Heinz Danielowski. In Moskau 1980 jubelten ebenfalls zwei Ruderer vom ASK Vorwärts Rostock über Olympia-Gold, erneut Ulrich Karnatz und Ulrich Kons.

 

Hans Sennewald 1992 mit Bronze

 

Bei den Spielen 1992 in Barcelona war auch Hans Sennewald (bis 1990 ASK Vorwärts Rostock, nach 1990 Olympischer Ruder-Club Rostock) Mitglied des bronzenen Deutschland-Achters und der gebürtige Ueckermünder Peter Thiede, vor 1990 ASK Vorwärts Rostock, nach 1990 Olympischer Ruder-Club Rostock sowie Ruder-Club Hansa Dortmund, erkämpfte in Atlanta 1996 Silber mit dem Deutschland-Achter.

 

Anmerkung am Rande: Bei der Alternativ-Ruder-Veranstaltung zu den von den meisten Ostblockstaaten boykottierten Spiele 1984 in Los Angeles, den Wettkämpfen der Freundschaft (Rudern) in Moskau 1984, wurde Hans Sennewald mit dem DDR-Achter Zweiter hinter der UdSSR und vor der CSSR.

 

Weitere Höhepunkte im Herren-Achter für M-V

 

Das erste olympische Achter-Gold aus M-V-Sicht erkämpfte Karl-Heinrich von Groddeck, der in Tutow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) geboren wurde. Er sicherte sich Olympia-Gold mit dem Deutschland-Achter 1960 in Rom und zudem Olympia-Silber 1964 in Tokyo.

 

In Tokyo 1964 waren unter anderem auch der gebürtige Neustrelitzer Klaus Aeffke und der gebürtige Neubrandenburger Hans-Jürgen Wallberg mit „an Bord“.

 

Des Weiteren errang Karl-Heinrich von Groddeck Olympia-Silber 1956 in Melbourne mit dem „Zweier mit“, 1962 schaffte er auch WM-Gold im Achter sowie 1959, 1963 und 1964 jeweils EM-Gold im Achter.

 

Eine olympische Bronzemedaille errang vor fast 50 Jahren bei den Olympischen Spielen 1972 in München zudem der Schweriner Manfred Schneider im DDR-Achter. Er war bereits im DDR-Achter bei den Spielen in Mexico `68 aktiv, wurde dort u.a. mit den Ruderern des ASK Vorwärts Rostock Günter Bergau, Peter Gorny bzw. Karl-Heinz Danielowski und mit dem gebürtigen Anklamer Peter Hein Siebenter.

 

Olympische Achter-Ruderinnen auch mit Erfolgen für M-V

 

Und auch im olympischen Frauen-Rudern erlebte M-V oft erfolgreiche Momente. Seit den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, dort fand erstmals eine olympische Ruder-Regatta für Damen statt, gehörten Ruderinnen – ebenfalls im Frauen-Achter - aus Mecklenburg und Vorpommern, die hier zumindest „ihre Wiege“ oder ihren Verein hatten, regelmäßig zu den erfolgreichen Olympionikinnen.

 

Bereits in Montreal 1976 gab es durch die 1956 in Stralsund geborene Monika Kallies Olympia-Gold im Achter.

 

Goldene Momente in Seoul

 

In Seoul 1988 wurde dann die gebürtige Wismarerin Kathrin Haacker Olympiasiegerin im DDR-Achter - Ersatz-Ruderin des DDR-Achters war seinerzeit die Schwerinerin Annette Drews-Hohn, die spätere Olympia-Dritte 1992 im Vierer ohne.

 

Das Olympia-Gold in Seoul war für Kathrin Haacker letztendlich „die Erfüllung eines Lebenstraumes“. Nachdem ihr 1986 der internationale sportliche Durchbruch gelang, wollte sie es unbedingt wissen: Olympia nicht nur erleben, sondern – möglichst siegreich – zu genießen.

 

Kurz vor den Olympischen Spielen in Seoul stieg Kathrin, auf Anraten der Trainer, vom Zweier ohne in den Achter um – eine goldrichtige Entscheidung. Es war für die Mecklenburgerin dann „ein super Gefühl, ganz oben auf dem olympischen Podest zu stehen“. Ihre mecklenburgische Heimat besucht Kathrin aber immer noch.

 

Gute Platzierungen für MV-Achter-Ruderinnen auch nach 1990

 

Auch nach der Wende blieben MV-Achter-Ruderinnen leistungsstark. So holte Kathrin Haacker mit Bronze 1992 im Achter, zusammen mit der gebürtigen Kühlungsbornerin Dana Pyritz (Zwillingsschwester Anja war auch eine erfolgreiche Ruderin…) eine weitere Olympia-Medaille.

 

Weitere olympische Platzierungen für MV-Achter-Ruderinnen Anja und Dana Pyritz wurden folgend in Atlanta 1996 mit dem deutschen Frauen-Achter Achte. Zusammen mit der Rostockerin Nicole Zimmermann belegte Anja Pyritz dann noch mit dem deutschen Frauen-Achter 2004 in Athen Rang sieben.

 

Rang sieben war auch die End-Platzierung für Nicole Zimmermann mit den deutschen Achter-Frauen 2008 in Peking. In London 2012 wurden die deutschen Achter-Frauen mit den Rostockerinnen Julia Lepke, Ulrike Sennewald und Nadja Drygalla erneut Siebente.

 

- Und nun "peppt" Hannes Ocik die mecklenburgisch-vorpommersche Achter-Tradition wieder SILBERN "auf"!

 

M.Michels

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