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WORLD GAMES 2022 mit erfolgreichem „Team D“ / Schweriner Sportgymnastin vor 17 Jahren bei den WORLD GAMES


Fünf bzw. vier Monate nach den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking wurde der Jahreshöhepunkt in den (nichtolympischen) Sommer-Sportarten und Sommersport-Disziplinen zelebriert: Vom 7.Juli bis 17.Juli fanden - trotz der immer noch andauernden Corona-Pandemie, mehr als 40 Kriegen/Konflikten weltweit, darunter der Ukraine-Krieg, und der negativen wirtschaftlichen Entwicklung in vielen Weltregionen die 11.WORLD GAMES im amerikanischen Birmingham (Alabama) statt.

 

Bereits 1981 in den USA

 

Bereits 1981, in Santa Clara, waren die USA Gastgeber der WORLD GAMES - damals die Premieren-Veranstaltung dieses nach Olympia/Paralympia und den Weltuniversitätsspielen (den früheren Usiversiaden) größten Multisport-Events der Welt. Russische Athletinnen und Athleten, die noch bei den WORLD GAMES 2017 in Wroclaw am erfolgreichsten waren, blieben dieses Mal - wie auch die weissrussischen Sportlerinnen und Sportler - aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von dieser Veranstaltung ausgeschlossen. Das machte sich in vielen Sportarten dann doch sehr bemerkbar…

 

Ausgezeichnete Leistungen 2022

 

Dennoch: Trotz aller Widrigkeiten - in Birmingham wurden ausgezeichnete Leistungen geboten. Daran hatte die deutsche Mannschaft einen großen Anteil und stellte letztendlich auch das erfolgreichste Team! Die WORLD GAMES haben für Deutschland ohnehin eine große Bedeutung, waren die Schwarz-Rot-Goldenen doch bereits 1989 in Karlsruhe und 2005 im Ruhrgebiet Gastgeber dieses Events.

 

M-V mit Danny Wieck und Kevin Lehr

 

M-V konnte dank der Rettungsschwimmer Danny Wieck und Kevin Lehr, die beide aus Stralsund stammen, die Farben unseres Bundeslandes in Birmingham vertreten. Dabei konnte Danny Wieck wie schon 2013 in Cali und 2017 in Wroclaw über Edelmetall jubeln. Innerhalb des deutschen Team der Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer´, die neunmal Gold und fünfmal Bronze aus dem Wasser fischten, war ebenfalls Danny Wieck ein erfolgreicher Aktiv-Posten, erkämpfte zweimal Gold bzw. einmal Bronze zum Abschluss seiner beeindruckenden sportlichen Karriere.

 

Und das gegen härteste Rettungschwimmer-Konkurrenz aus Ungarn (drei Goldene), Italien (zwei Goldene), Polen, Frankreich bzw. Dänemark (je eine Goldene).

 

Guter Zuspruch – Blick auf einige Sportarten

 

Der Zuspruch zu den 2022er WORLD GAMES war ohnehin sehr gut. Mehr als 3600 Athletinnen und Athleten aus 110 Ländern demonstrierten in 43 Sportarten (einschließlich Demonstrationssportarten) bzw. in 223 Entscheidungen ihr großes Können.

 

Im Bowling avancierte Dänemark zur Nummer eins. Im Luftsport brillierte Frankreich. In der Aerobic überzeugten die Starterinnen und Starter insbesondere aus Ungarn, Italien und Brasilien. Im Beach-Handball distanzierten Kroatiens Herren die Teams aus Katar und Brasilien auf die anderen Medaillen-Ränge. Bei den Beach-Handball-Frauen triumphierte indes Team D mit Lucie-Marie Kretzschmar, Tochter des einstigen deutschen Handball-Asses Stefan Kretzschmar.

 

Erwartungsgemäß jubelten Japans Sumo-Ringer am meisten (viermal), die Ukraine holte sich hier dreimal Gold. Im einst olympischen Tauziehen erwiesen sich die Frauen von der chinesischen Insel Taiwan und die Schweizer Herren als die Stärksten. Bei den Tänzerinnen bzw. Tänzern wurden die Vereinigten Staaten erfolgreichste Nation. Im Wushu gab es für China viermal Gold. Im Duathlon dominierten Frankreich und Belgien. Im Lacrosse wareb die Teams aus Kanada jeweils die Nummer eins. Im Rollstuhl-Rugby kamen die Briten zum Erfolg, im Flag-Football, einer Variante des American Football, setzten sich die USA-Herren und Meikos Frauen durch. Auch Inline-Hockey, Wasserski, Softball, Inline-Skating, Billard, Sumo, Muaythai, Ju-Jutsu, Fistball - mit einem jeweils deutschen Doppelerfolg vor der Schweiz und Brasilien - Karate und anderes mehr standen im offiziellen und demonstrativen Programm.

 

In der Rhythmischen Sportgymnastik fehlten die Starterinnen und Starter aus Russland ebenso wie im Sumo, im Flossenschwimmen, in der Akrobatik, im Kraftsport, im Muaythai, im Trampolin-Turnen, im Ju Jutsu, im Sportklettern, in der Aerobic, im Tanzsport oder im Orientierungslauf. Ähnliches gilt für die Sportlerinnen und Sportler aus Weissrussland. Aber: Putins Angriffskrieg, mit Unterstützung der weissrussischen Regierung, machte die Teilnahme beider Länder unmöglich…

 

Ukraine auf Rang drei

 

Die ukrainischen Sportlerinnen und Sportler, deren Land durch den Krieg so zerstört wurde bzw. wird, überzeugte jedoch beeindruckend in Birmingham. Platz drei im Medaillen-Ranking mit 45 Medaillen, darunter 16 x Gold - das ist schon eine großartige Bilanz. So gab es unter anderem Gold für Sofiia Hrechko im Flossenschwimmen, Anzhelika Terliuga bzw. Anita Serogina im Karate, Svitlana Yaromka im Sumo, Oleksii Bychkov bzw. Volodomyr Rysyiev im Kraftsport, Danylo Filchenko im Wasserski und Viktoriia Kozlovska/Taisiia Marchenko bzw. Bohdan Pohranychnyi/Danylo Stetsiuk in der Akrobatik, im Parcours Bohdan Kolmakov,

 

Team D“ am erfolgreichsten

 

"Team D", das 254 Athletinnen und Athleten umfasste, "schürfte" Gold im Flossenschwimmen, im Tanzsport, im Rettungsschwimmen, im Bogenschießen, im Speed-Skating, im Faustball, im Billiard, im Beach-Handball und im Ju Jutsu: 47 Medaillen, darunter 24 x Gold, die überragende Bilanz im Ranking der offiziellen WG-Sportarten. So jubelte unter anderem Anna Laethisia Schimek im Speed Skating über 500 Meter in einem denkwürdigen Finale, bei der sich ihre drei Final-Konkurrentinnen durch Sturz und Regelwidrigkeiten selbst aus dem Rennen nahmen.

 

Im Land des Kingof Rock`n`Roll, Elvis Presley, zeigte sich, dass die derzeit besten Rock`n`Roll-Asse "Made in Germany" sind: An Tobias Bludau/Michelle Uhl hätte auch Elvis seine Freude gehabt. Doppelt stiegen Deutschlands Faustballer aufs oberste Podest - sowohl die Damen als auch die Herren siegten vor der Schweiz und Brasilien. Nach dem Weltmeistertitel 2018 wurde Deutschlands Billiard-König Joshua Filler in Birmingham 2022 auch WORLD GAMES-Champion (9-Ball-Billiard). Die „Gold-Getter“ in der deutschen Mannschaft kamen allerdings aus den Sportarten Rettungsschwimmen und Flossenschwimmen. Die Rettungsschwimmerin Nina Holt gewann viermal Gold, einmal Bronze. Der beste deutsche Athlet kam hingegen vom „Finswimming“: Max Poschart holte dreimal Gold, einmal Bronze.

 

Gastgeber USA kam mit 16 Goldenen (plus drei weitere Goldmedaillen in den Demonstrationssportarten Flag-Football und Wushu) auf Platz zwei der Medaillenwertung. Italien schaffte mit 49 Medaillen in den offiziellen WG-Sportarten die größte Ausbeute in Birmingham. Stark waren auch die Teams aus Frankreich (11 Goldene plus zwei Goldene in den Demonstrationssportarten, Belgien (11 Goldene plus eine Goldene in den Demonstrationswettbewerben), China (9 Goldene plus 4 im Demonstrationssport), Ungarn (11 Goldene), Japan (10 Goldene) und Kolumbien (9 Goldene).

 

Von Birmingham 2022 nach Chengdu 2025

 

Nach den für Deutschland so erfolgreichen WORLD GAMES 2022 in Birmingham – die ja wegen der Corona-Turbulenzen um ein Jahr verschoben wurden - geht es das nächste Mal 2025 ins chinesische Chengdu. Hoffentlich ist die Welt bis dahin friedlicher, pandemiefrei und einfach ein wenig besser. Allein daran fehlt der Glaube...

 

EXKURS - MV und die WORLD GAMES seit 2005

 

Ein MV-Quintett in Wroclaw 2017 sehr erfolgreich

 

Aus Mecklenburg-Vorpommern startete 2017 ein Quintett, die drei Rettungsschwimmer Danny Wieck, Kevin Lehr bzw. Christian Ertel (alle DLRG Stralsund), der Flossenschwimmer Max Lauschus (TSC Rostock 1957) und der Wasserski-Sportler Bojan Schipner (WWC Reitbahnsee Neubrandenburg) und alle Fünf gewann Medaillen.

 

Die Stralsunder Rettungsschwimmer sammelten besonders fleißig Medaillen: Danny Wieck erkämpfte jeweils Gold in der Disziplin 50 Meter Retten einer Puppe bzw. mit der 4 x 265 Meter Puppen-Staffel bzw. Bronze mit der 4 x 50 Meter Gurtretter-Staffel.

 

Kevin Lehr war ebenfalls Mitglied der goldenen 4 x 25 Meter Puppen-Staffel, belegte zudem Rang zwei in der Disziplin 100 Meter Retten mit Flossen und Gurt, Rang drei in der Disziplin Schwimmen und Retten mit Flossen und Rang drei mit der 4 x 50 Meter Gurtretter-Staffel. Und auch der dritte Stralsunder, Christian Ertel, überzeugte als Mitglied der 4 x 25 Meter Puppen-Staffel (Gold) und der 4 x 50 Meter Gurtretter-Staffel (Bronze).

 

Flossenschwimmer Max Lauschus war ebenfalls beim Medaillen-Kampf bestens vertreten, für ihn gab es Silber über 400 Meter und Bronze mit der Staffel.

 

Goldene Momente erlebte 2017 Wasserski-Sport-Ass Bojan Schipner, der in der Disziplin Sprung der Konkurrenz keine Chance ließ.

 

M-V setzte mit Wroclaw erfolgreiche „World Games“-Tradition fort

 

Rückblick auf Cali 2013

 

Das gilt nicht nur, aber insbesondere, für die Rettungsschwimmer. In Cali 2013, bei den neunten „World Games““ waren auch die beiden Stralsunder Christian Ertel bzw. Danny Wieck am Gold-Erfolg der 4 x 25 Meter Puppen-Staffel beteiligt, die sich auch in Wroclaw durchsetzte. Dazu gab es Gold für Christian und Danny in der Entscheidung 4 x 50 Meter Hindernis-Staffel.

 

Des Weiteren belegten die Zwei, zusammen mit Adrian Flügel, Marcel Hassemeier sowie Anil Sezen, den Silber-Rang im Wettkampf 4 x 50 Meter Gurtretter-Staffel.

 

Großen Jubel im deutschen Team entfachten auch die beiden Goldmedaillen von Max Lauschus vom TSC Rostock 1957, der über 200 Meter und 400 Meter Flossenschwimmen siegreich war.

 

Im Kraftdreikampf belegte Jan Bast (SV Motor Barth, Schwergewicht) einen ausgezeichneten sechsten Rang.

 

Kaohsiung und die „World Games“ 2009

 

Im deutschen Team der „World Games“ vor acht Jahren, 2009 in Kaohsiung, wurden mit der Sumo-Ringerin Steffi Müller (Schwerin/Rostock),Bojan Schipner (Feldberg/Neubrandenburg) im Wasserski, Nyk Bahro (DLRG Stralsund) im Rettungsschwimmen, Anja Fock und Cornelia Schmidt in den Drachenboot-Rennen auch fünf Teilnehmerinnen sowie Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern nominiert. Dabei konnten Anja Fock bzw. Cornelia Schmidt je einmal Silber und Bronze im Drachenbootsport sowie Bojan Schipner einmal Bronze im Slalom gewinnen.

 

Gold für Sabine Felser 2005 und mit Sportgymnastin Sophie Schwassmann aus Schwerin

 

Und vor 12 Jahren, bei den „World Games“ 2005 in Duisburg und im Ruhrgebiet, starteten ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls Athletinnen und Athleten: Sabine Felser (Rostock) im Ju-Jutsu, Carolin Stut und Marco Scholz (beide Rostock) im Flossenschwimmen, Alexandra Berlin (Anklam) im Rettungsschwimmen, Sophie Schwassmann (Schwerin) in der Sportgymnastik und Joanna Berg (Feldberg) im Wasserski sechs Sportlerinnen/Sportler. Für Ju Jutsuka Sabine Felser gab es Gold in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm, wobei Sabine im Finale gegen die Spanierin Aurora Fajardo gewann, und Flossenschwimmerin Carolin Stut erkämpfte Bronze über 400 Meter hinter Chen Xiaoping (China) und Jekaterina Politko (Russland).

 

Die Rettungsschwimmerin Alexandra Berlin aus Anklam war 2005 Mitglied des deutschen Teams im Rettungsschwimmen, das in Duisburg die beeindruckende Medaillen-Bilanz von 7 x Gold, 4 x Silber, 4 x Bronze erreichte. Alexandra selbst schaffte dort Team-Silber. Bereits bei den „World Games“ 2001 in Akita hatte Alexandra Berlin zwei Bronze-Medaillen erkämpft, im Einzel über 100 Meter Retten mit Flossen und mit dem Team.

 

Für die Rostockerin Sabine Felser waren die „World Games“ 2005 der Höhepunkt ihrer Karriere: „Die World Games waren für mich der absolute Höhepunkt, da ich 2001 in Akita (Japan) auf Grund der Gewichtsklassenstreichung nicht an den Start gehen konnte. Ich bin aber froh, dass ich mir 2005 meinen Startplatz trotz Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Verletzung erkämpfte. Ich habe trotz der Steine, die mir in den Weg gelegt worden sind, alles erreicht und das macht mich stolz. Es zeigt mir auch heute noch, dass man Ziele erreichen kann, wenn man hart dafür kämpft und an diesen festhält.“

 

M.Michels

 

 

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