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Goldene EM-Momente in der Leichtathletik für M-V und Schwerin


Der Sommer-Monat August 2022 stand ganz im Zeichen der 25.Leichtathletik-EM. München lud nach 1997 (Europacup), 2002 (EM), 2007 (Europacup) und vor allem Olympia 1972 wieder einmal die Leichtathletik-Asse zu einem internationalen Groß-Event ein. Und wieder gab es in der bayrischen Metropole eine klasse Organisation, super Stimmung und auch zahlreiche deutsche Erfolge, darunter u.a. die Titel für Marathonläufer Richard Ringer, Zehnkämpfer Niklas Kaul und das Sensations-Gold für Gina Lückenkemper über die 100 Meter. Diskuswerferin Claudine Vita vom SC Neubrandenburg durfte in München über Bronze jubeln.

 

Wie sah es aber in der Vergangenheit bei EM für die Leichtathletinnen und Leichtathleten aus M-V aus?!

 

Erstes EM-Gold „für M-V“

 

Bei den europäischen Titelkämpfen 1938 in Paris gab es dabei den ersten EM-Titel in der Leichtathletik für das heutige M-V: Manfred Bues, der im Jahr 1913 in Greifswald geboren wurde, gewann mit der deutschen 4 x 400 Meter-Staffel, unter anderem zusammen mit Rudolf Harbig, das erste EM-Gold für unser heutiges Bundesland M-V. In seiner aktiven Zeit startete Manfred Bues allerdings für den SC Charlottenburg.

 

und die vorerst letzten Goldmedaillen für M-V

 

Die letzten Goldmedaillen bei Europameisterschaften in der Leichtathletik waren indes 2006 für Athletinnen und Athleten, die aus Mecklenburg-Vorpommern stammten oder hier in einem Verein trainierten, zu verzeichnen. In Göteborg 2006 gewann Ulrike Maisch vom 1.LAV Rostock den Marathonlauf, der Kugelstoßer Ralf Bartels (SC Neubrandenburg) siegte im Kugelstoßen und die Rüganerin Steffi Nerius war im Speerwerfen die Beste.

 

Weitere EM-Erfolgserlebnisse für M-V

 

Weitere goldene Momente bei EM in der Leichtathletik erlebten aus M-V-Blickwinkel unter anderem auch Jörg Drehmel, der in Trantow bei Demmin geboren wurde, 1971 im Dreisprung (1972 in München Olympia-Silber), Brigitte Rohde (SC Neubrandenburg), die 1974 mit der 4 x 400 Meter-Staffel der DDR Gold schaffte, oder die Speerwerferin Ruth Fuchs, die zwar für den SC Motor Jena startete, aber in den 1960ern hierzulande die Kinder- und Jugendsportschule in Güstrow besuchte – also durchaus „M-V-Bindungen“ hat. Ruth Fuchs setzte sich – nach Olympia-Gold 1972 in München bzw. 1976 in Montreal - jeweils bei den EM 1974 und 1978 im Speerwerfen durch. 1980 wurde sie in Moskau noch einmal Olympia-Achte.

 

Sechsmal EM-Gold für Marita Koch

 

Äußerst erfolgreich bei den europäischen Leichtathletik-Titelkämpfen war für M-V zudem Marita Koch, gebürtige Wismarerin bzw. für den SC Empor Rostock startend, die 1978, 1982 sowie 1986 jeweils die 400 Meter und mit der DDR-4 x 400 Meter-Staffel gewann. Bei den EM 1978 und 1982 belegte die Kugelstoßerin Ilona Slupianek, gebürtige Demminerin, Rang eins.

 

Zweimal Gold für Warnemünderin

 

Eine gebürtige Warnemünderin, Kirsten Siemon-Emmelmann, lief 1982 und 1986 zu Em-Gold jeweils über die 4 x 400 Meter mit der DDR-Staffel.

 

Bei den 1986er EM kamen außerdem die Diskuswerferin Diana Sachse, in Bergen geboren, die Siebenkämpferin Anke Behmer (SC Neubrandenburg) und die gebürtige Stralsunderin Silke Gladisch-Möller (SC Empor Rostock) mit dem 4 x 100 Meter-Quartett der DDR zu Erfolgen. Silke Gladisch-Möller errang ebenfalls 1990 EM-Gold mit der 4 x 100 Meter-Staffel der DDR.

 

Erfolgreiches „Vereinigungsjahr“

 

Im „Vereinigungsjahr“ 1990 sammelten die Leichtathletinnen und Leichtathleten aus M-V kräftig Medaillen, so Katrin Krabbe (SC Neubrandenburg, Gold über 100 Meter, 200 Meter, 4 x 100 Meter), Grit Breuer (SC Neubrandenburg, Gold über 400 Meter, 4 x 400 Meter unter anderem mit ihrer Klub-Kameradin Manuela Derr), Sigrun Wodars (SC Neubrandenburg, Gold über 800 Meter), Astrid Kumbernuss (gebürtige Grevesmühlenerin, SC Neubrandenburg, Gold im Kugelstoßen), Jens-Peter Herold (bis 1990 ASK Vorwärts Potsdam, ab 1990 SC Neubrandenburg, Gold über die 1500 Meter) und Jürgen Schult (SC Traktor Schwerin, Schweriner SC, Gold im Diskuswerfen).

 

Grit Breuer, in Röbel an der Müritz geboren, errang nach ihren beiden Goldmedaillen bei den EM 1990 ebenfalls EM-Erfolge jeweils mit den deutschen Staffeln über die 4 x 400 Meter 1998 und 2002.

 

Goldmedaillen bei Leichtathletik-EM erkämpften nicht zuletzt zwei „Technikerinnen“. Franka Dietzsch (SC Neunbrandenburg) siegte 1998 im Diskuswerfen und Tanja Damaske, zwischen 1985 und 1992 für den SC Traktor Schwerin, den Schweriner SC startend, erkämpfte Platz eins 1998 im Speerwerfen.

 

Übrigens: Die letzte Medaille bei Leichtathletik-EM für Schwerin errang 2012 die Stabhochspringerin Martina Strutz mit Silber.

 

Last but not least: Die ersten Medaillen bei Leichtathletik-EM für das heutige M-V gewannen ein Läufer und eine Kugelstoßerin. Der Langstreckler und frühere Wahl-Mecklenburger Friedrich Janke wurde 1962 bei den EM in Belgrad Zweiter. Rang zwei belegte seinerzeit ebenfalls Renate Garisch-Culmberger im Kugelstoßen. Zudem: Der frühere Greifswalder Student Gerhard Stöck, Speerwurf-Olympiasieger 1936 bzw. Kugelstoß-Olympiadritter 1936, erkämpfte 1938 auch Kugelstoß-Silber bei den EM.

 

PS - Von den EM in der Leichtathletik in München zur Kanu-EM in München: Die Schwerinerin Sophie Koch erkämpfte mit der Berlinerin Lisa Jahn im Canadier-Zweier (200 Meter) EM-Bronze hinter den Konkurrentinnen aus Ungarn und Spanien. In den 41 Kanu-Entscheidungen im Kanu-Rennsport (einschl. Para-Kanu) war Team D mit 16 Medaillen (darunter achtmal Gold) hinter Ungarn (17 Medaillen, darunter neunmal Gold) zweitbeste Mannschaft.

 

Marko Michels